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Das Geschäft mit der Trauer geht weiter:

Ein „TAV Todesanzeigen Verlag“, vorgeblich aus Wardenburg, hat im Osnabrücker Land in den vergangenen Tagen mehrere Hinterbliebene mit einer Schein-Rechnung aufgefordert, für eine persönliche Todesanzeige für den verstorbenen Angehörigen zu bezahlen. Die ausgestellte Rechnung ist jedoch lediglich ein Angebot. Die Polizei ermittelt.

  Sie sehen wie eine gewöhnliche Rechnung für eine bereits in der Zeitung erschieneneTodesanzeige aus und sind auch so überschrieben: Mit den Briefen samt ausgefülltem Überweisungsvordruck werden Angehörige trauernder Familien aufgefordert, für eine Anzeige zu bezahlen, die es noch gar nicht gab: Es wird darauf spekuliert , dass die Hinterbliebenen das Geld überweisen, ohne den Hintergrund genau zu prüfen, sagt die Polizei. Erst im Kleingedruckten ist die Rede davon, dass es sich um das Angebot handelt, eine persönliche Todesanzeige abzudrucken – wer das Geld überweist, erteilt damit einen Anzeigenauftrag für einen den Geschäftsbedingungen zufolge jährlich erscheinenen „Todesanzeiger“.

Bürger aus Osnabrück, Hilter, Hagen und Hasbergen haben solche Briefe erhalten, darin werden Summen von 300 bis über 500 DM gefordert, einschließlich Mehrwehrtsteuer, ohne Skonto. Der GMHütter Polizei liegen erste Anzeigen vor. Auch in Hannover haben Unbekannte versucht, auf diese Weise zwei trauernde Familien zu Zahlungen zu bewegen. Der Zentrale Kriminaldienst ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs. Die Polizeidirektion Hannover hat eine Warnmeldung herausgegeben: Wer solche Briefe erhält, sollte nicht leichtfertig die unklaren Rechnungen bezahlen, sondern in jedem Fall vor einer Überweisung die Richtigkeit prüfen.

Die Polizei bittet die Empfänger solcher Briefe, die den Verdacht haben, dass sie irregeführt wurden oder betrogen werden sollten, sich zu melden: bei der Polizei in Osnabrück, Tel. 0 541/51 15, beim Polizeikommissariat Georgsmarienhütte, Tel. 0 54 01/87 95 0-0 , oder bei jeder anderen Polizeidienststelle.

Bereits vor drei Jahren hatte ein dubioser Verlag aus Berlin als Rechnung getarnte Aufträge verschickt. Bundesweit wurden die Traueranzeigen aus der Tagespresse ausgewertet und die Hinterbliebenen gezielt angeschrieben. Im Glauben, die Rechnung für eine bereits bestellte und erschienene Todesanzeige zu erhalten, zahlten viele Angehörige. Die Staatsanwaltschaft ermittelte damals in 18 Fällen. Vor zwei Jahren erhob die Bremer Staatsanwaltschaft gegen zwei Verantwortliche einer „SAV Sterbeanzeigen Verlags GmbH“ Anklage wegen Betrugs in 48 Fällen und versuchten Betrugs in 367 Fällen.

 

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